Energiepreise verstehen
Stromrechnung richtig lesen: die 7 Posten, die wirklich zählen
VeriVolt Redaktion6 Min. Lesezeit
Arbeitspreis, Grundpreis, Netzentgelte, Abschlag: Wir erklären jeden Posten Ihrer Stromrechnung – und woran Sie erkennen, ob Sie zu viel zahlen.
Eine Stromrechnung wirkt auf den ersten Blick wie eine Wand aus Zahlen. Dabei entscheiden nur wenige Posten darüber, ob Sie einen fairen Preis zahlen. Wer diese Posten kennt, erkennt in zwei Minuten, ob sich ein Wechsel lohnt – und muss dafür keinen Tarifrechner bemühen, der mit Musterwerten rechnet.
Die zwei Preise, auf die es ankommt
Ihr Strompreis besteht im Kern aus zwei Bausteinen. Der Arbeitspreis wird pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh) berechnet und ist der mit Abstand größte Hebel. Der Grundpreis ist ein fester Betrag pro Monat, unabhängig vom Verbrauch. Bei einem Single-Haushalt mit niedrigem Verbrauch fällt der Grundpreis stärker ins Gewicht als bei einer Familie.
- Arbeitspreis: aktuell meist zwischen 26 und 38 Cent pro kWh – hier lohnt der genaue Blick.
- Grundpreis: häufig 10 bis 16 Euro pro Monat. Auffällig hohe Grundpreise sind ein Warnzeichen.
Netzentgelte, Abgaben, Steuern
Ein erheblicher Teil des Preises ist staatlich oder regulatorisch festgelegt: Netzentgelte, Konzessionsabgabe, Stromsteuer und Umlagen. Diese Posten sind für alle Anbieter im selben Netzgebiet vergleichbar. Anbieter, die hier 'besonders günstig' werben, verschieben die Kosten oft nur in den Grundpreis oder in kurze Boni mit langer Bindung.
Der Abschlag ist kein Preis
Häufig verwechselt: Der monatliche Abschlag ist nur eine Vorauszahlung auf den erwarteten Jahresverbrauch. Ist er zu niedrig angesetzt, droht eine Nachzahlung; ist er zu hoch, geben Sie dem Versorger ein zinsloses Darlehen. Den tatsächlichen Preis lesen Sie immer aus Arbeits- und Grundpreis, nicht aus dem Abschlag.
Boni, Preisgarantien und Kündigungsfristen
Neukundenboni machen das erste Jahr günstig und das zweite teuer. Eine 'Preisgarantie' schließt oft Steuern und Umlagen aus. Und eine lange Erstvertragslaufzeit mit automatischer Verlängerung kann Sie genau dann binden, wenn die Preise fallen. Diese Klauseln stehen selten auf Seite eins – aber sie entscheiden über Ihre realen Kosten.
Wir rechnen nicht mit Musterwerten. Wir lesen Ihre echte Rechnung – mit allen Klauseln, die ein Rechner gar nicht kennt.
So prüfen wir Ihre Rechnung
Laden Sie Ihre letzte Jahres- oder Abschlagsrechnung hoch – ein Foto genügt. Wir lesen Arbeitspreis, Grundpreis, Verbrauch, Vertragslaufzeit und Bonusbedingungen aus und vergleichen sie mit passenden Tarifen. Innerhalb von 24 Stunden erhalten Sie eine ehrliche Einschätzung: Wenn sich ein Wechsel nicht lohnt, sagen wir Ihnen auch das.
Aus der Theorie in die Praxis
Wie viel zahlen Sie wirklich? Wir prüfen es.
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